Per Knopfdruck startet BLS das schnelle Internet
Interkommunale Zusammenarbeit der Breitbandgesellschaft soll Vorbild für andere werden.

07.03.2013

Sieben Hände drücken den roten Button gemeinsam runter. Auf der Leinwand im Saal des Sigmaringer Rathauses erscheint ein Feuerwerk. Mit einem symbolischen Akt haben gestern die Verantwortlichen der interkommunalen Breitbandgesellschaft BLS mit dem Netzbetreiber Neckarcom das DSL-Netz für insgesamt neun Gemeinden freigeschaltet.

Damit endet eine zweijährige intensive Vorbereitungszeit. In einem sind sich die Anwesenden einig: Auch wenn es Verzögerungen beim Starttermin gegeben hat, könnten die Beteiligten stolz auf sich sein. Sie haben ein Musterbeispiel an interkommunaler Zusammenarbeit auf den Weg gebracht.

„Diesmal haben wir die Entwicklung nicht verpasst“, sagt Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. „Wir haben große und kleine Gemeinden unter ein Dach bekommen und können jetzt flächendeckend schnelles Internet anbieten.“

Er bittet darum, die Startschwierigkeiten nicht überzubewerten, die seien bei neuen Dingen vorprogrammiert. Vielmehr müssten sie in langfristigem Zusammenhang gesehen werden. Ihm ist wichtig, dass das Netz in öffentlicher Hand verbleibe, sodass die Gemeinden den Zugang gewährleisten können.

Wichtiger Standortfaktor
Wie wichtig ein Zugang zu schnellem Internet als Standortfaktor für Unternehmen und Privatleute ist, stellte Regierungspräsident Hermann Strampfer heraus. Er will den Erfolg der Breitbandgesellschaft als Beispiel für andere Kommunen auf der Homepage des Regierungspräsidiums vorstellen.

Ab sofort werden die ersten Anschlüsse in den Gemeinden Sigmaringen, Meßkirch, Illmensee, Leibertingen, Inzigkofen, Sauldorf, Ostrach, Wald und Hohentengen sowie in Hohenfels im Landkreis Konstanz freigeschaltet. Wer zuerst dran ist, hängt laut Michael Preiss, Geschäftsführer der Firma Neckarcom, nicht mehr von den technischen Voraussetzungen sondern von den individuellen Verträgen ab. Wer – wie etwa Unternehmen, die schon lange ungeduldig auf DSL warten – einen Neuvertrag abgeschlossen hat (also unter Umständen sogar zeitgleich Verträge mit zwei Anbietern hat), wird zuerst ans Netz kommen. Wer wechselt, muss warten, bis sein alter Vertrag ausläuft. Das Gerücht, es würden manche Gemeinden sehr viel später als andere bedient, weisen die Verantwortlichen zurück. „Natürlich geht nicht alles auf einen Schlag, aber innerhalb von wenigen Tagen“, so Preiss. Technisch müssten noch an wenigen Knotenpunkten Arbeiten zu Ende gebracht werden.

Bürgermeister anderer Gemeinden, wie etwa Gammertingen und Veringenstadt, haben die Arbeit der Breitbandgesellschaft interessiert verfolgt. Sie könnten sich vorstellen, ihr ebenfalls beizutreten. „Es hat bereits Gespräche gegeben“, sagt Bernt Aßfalg, der kaufmännische Geschäftsführer der BLS. Wenn die Fläche und damit die potenzielle Kundenzahl des Netzes weiter steigen, würde es für zukünftige Anbieter immer attraktiver. Deshalb würde auch ein Zusammenschluss mit dem Zweckverband Ravensburg ins Auge gefasst. Zwischen beiden Netzen würde, so Aßfalg, lediglich eine Lücke von zwei oder drei Kilometern Netz liegen.

Insgesamt hat das Netz von 180 Kilometern Länge 9,5 Millionen Euro gekostet. 5,05 Millionen Euro gab es als Zuschuss von der Breitbandinitiative des Landes.

Downloads:

Aktuelles_Start_BLS.pdf


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